Uta Kellermann

Warum bist Du Gewaltpräventions-Trainierin?
Es ist mir ein Anliegen, etwas dazu beizutragen, dass die Leute wieder lernen mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, auf sich aufzupassen und Zivilcourage zu zeigen. Die Ausbildung zur Gewaltpräventions-Trainerin gab mir die Möglichkeit, meine Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Jetzt können wir unseren Trainings-Teilnehmern zusätzlich zu den Handlungsoptionen auch die theoretischen Grundlagen (Recht, Psychologie) dazu mitgeben. Gewaltprävention ist ja wesentlich mehr als Selbstverteidigungs-Techniken zu üben. Gewaltprävention fängt im Kopf an und es geht darum, sich schon im Vorfeld bevor etwas passiert, richtig zu verhalten.

Trainierst Du auch in der Kampfkunst-Akademie?
Ich trainiere „nur“ die Selbstverteidigungs-Techniken, die wir in den Trainings vermitteln. Die basieren auf den Prinzipien des Wing Chun und Escrima, sind aber speziell für Leute entwickelt, die keine Kampfkunst machen.
Chi Kung trainiere ich sehr gerne, das ist super interessant, unglaublich wirkungsvoll und macht definitiv süchtig ?. Ab und zu habe ich auch die Ehre, eine Trainings-Stunde anzuleiten, was mir sehr viel Freude bereitet.

Wie kommt es, dass Du mit Sifu Stefan zusammen ein spezielles Training für Frauen gibst?
Gerade Frauen fällt es manchmal schwer, Grenzen zu setzen. Im Alltag, im Beruf und auch in potentiell bedrohlichen Situationen.
Da wir nicht in der Liga „3 Stunden Abwehr-Techniken zeigen für 40 Euro“ mitspielen wollten – weil das genau betrachtet keinen Sinn für die Teilnehmer macht – haben wir ein völlig neues Training konzipiert.
Unterstützung hatten wir von Frank Rebmann (mit dem ich schon bei Dale Carnegie in seiner Funktion als Master-Trainer zusammengearbeitet hatte), der aktuell sehr erfolgreich ist mit seinem Konzept  „Stärkentrainer“, das Elemente aus Rhetorik, Psychologie, Selbstmotivation, Kommunikation etc. enthält.
So entstand das 1-Tages-Training „Stopp – hier ist meine Grenze! Selbstverteidigungs- und Gewaltpräventions-Strategien für Frauen“. Langer Name, steckt aber auch viel drin: Es geht es um innere Einstellung, wir machen konkretes Rhetorik-, Verhaltens- und Situations-Training und wenden auch Abwehrtechniken aus dem Wing Chun an.
Mit dieser Kombination unterstützen wir unsere Teilnehmerinnen dabei, einen großen Schritt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu gehen.

Uta, Du bist selbständige Fotografenmeisterin – wie kommst Du eigentlich zur Kampfkunst-Akademie?
Ende des Jahres 2015 bekam ich einen Anruf: „Hallo, hier ist Stefan Claus, ich habe eine Kampfkunstschule und wir brauchen Bilder für die neue Website.“
Aha. Wing Chun. Was bitte ist das denn? Ich überflog die Website des übergeordneten Verbandes und war danach so schlau als wie zuvor. Wir vereinbarten einen Termin, ich fuhr zur Kampfkunstakademie. Super Gegend hinter dem Ostbahnhof… Location im ersten Stock über einer Autowerkstatt, Treppenhaus mit Abgas-Duft… herrje… wie krieg ich denn die Schublade mit den Vorurteilen, die da aufspringt, jetzt wieder zu? Also weiter die Treppe hoch… hoppla, ein Buddha an der Wand… zur Tür rein, Begrüßung durch einen freundlichen  Herrn namens Stefan. Der? Kampfsport? Echt jetzt? Irgendwie dämmerte mir schon, dass hier nichts irgendeinem Klischee entsprechen würde.
Wir besprachen kurz die Eckdaten für das Shooting. Auf meine Frage hin, ob ich mir einige Male das Training anschauen kann, damit ich ein Gefühl bekomme worum es geht, bekam ich die Antwort: „Zuschauen? Nee, echt nicht! Ausprobieren!“ Na klasse, ich Couch-Potatoe bei den Kampfsportlern, oh nein, das wird peinlich… aber was tut man nicht alles für gute Bilder!
So erschien ich tapfer samt einer Freundin als Verstärkung bei Sifu Stefan zu einer Einführung.
 Den Moment, in dem er sich von Stefan, dem „netten Typen von nebenan“, in Sifu Stefan mit der Ausstrahlung einer kristallklaren Konzentration & Körperspannung verwandelte, werde ich nie vergessen. Unglaublich! Uns Mädels fiel buchstäblich die Kinnlade runter. Wir waren schwer beeindruckt von der Effektivität und Eleganz dieser Kampfkunst.
Dann kann der Tag unsers Fotoshootings, ich guckte mir den Themenplan an und dachte mir: „Der spinnt, das kriegen wir nie und nimmer an einem Tag hin. Kindergruppe, Jugendgruppe, Schüler, Ausbilder, Wing Chun, Escrima, Chi Kung, Holzpuppe, Yoga, alles mit wechselnden Models, wie soll das denn gehen?“
Es ging. Ich hatte vorher noch nie mit einer Gruppe von Leuten gearbeitet, die derart konzentriert waren, für mich mitdachten, zuvorkommend, freundlich und entspannt waren. Mir war schnell klar: Das hier ist was ganz Besonderes – und die sind so, weil sie Wing Chun trainieren!
Langer Rede kurzer Sinn: am Ende des Tages war ich total verliebt in die Kampfkunst-Akademie samt all ihren Leuten.
Nach einer Weile sah ich, dass es mit der Website nicht recht voran ging und bot meine Hilfe an. Bei der Website blieb es nicht und so tauchte ich immer tiefer ins Marketing, Online-Marketing, WordPress, Schreiben, Social Media, Filmen ein. Und natürlich in die Themen Kampfkunst, Chi Kung und Yoga. Das gefiel mir. Sehr sogar. Ehe ich mich recht versah, war ich die „Marketing-Fee“ der Kampfkunstakademie.
Und wie die Geschichte weitergeht, kannst Du oben lesen 🙂 .

 

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